Sommerpause? Kennen wir nicht!
(Oder: Eigentlich sollte es in den Ferien ganz geruhsam sein … )

 

Wer seit dem 17. Juli 2009 in die Dittelsheimer Kirche kommt, mag sich wundern: der Fußboden ist fleckig ist und es riecht ein wenig muffig, ähnlich wie in einem alten Keller - was ist hier los?

Regenwasser wurde durch den Abfluss hochgedrückt und hat den Kirchenraum überschwemmt.

In den frühen Morgenstunden des 17. Juli hatte es einen heftigen Regen gegeben, der innerhalb kürzester Zeit über 10 Liter pro Quadratmeter auf die Erde schüttete. Kurze Zeit später meldete Frau Schick Herrn Ladwig aus der Kirche „landunter“! Die Quelle war schnell gefunden: unter dem Waschbecken in der Sakristei hing das Abflussrohr in der Luft. Doch wie konnte es soweit kommen? Diese Suche nach den Ursachen war gar nicht einfach.

Zwar stellt so ein heftiger Regenguss für die Leistungsfähigkeit der Kanalisation eine große Herausforderung dar, sollte aber eigentlich nicht zu Problemen führen. In unserem Falle kam aber eine besondere Erschwernis hinzu: in dem Verbindungsrohr zur Kanalisation, neben dem Torhaus, hatte sich im Laufe der Zeit eine Baumwurzel den Weg durch die Rohrwandung gebahnt. In ihr hatte sich Laub und anderer Schmutz, der aus der Regenrinne herunter gespült wurde, verfangen und so den weiteren Abfluss des Wassers blockiert. In der Folge konnte sich der Druck im Abflussrohr immer weiter aufbauen, bis schließlich in der Sakristei das Rohr mit dem Rückstauventil unter dem Spülbecken aus der Wand herausgeschossen wurde. Damit konnte sich das gestaute Wasser mitsamt dem Schmutz ungehindert in den Kirchenraum ergießen. Bis vorn zum Altar standen das Wasser und der Schlamm!

Anschließend sammelte sich das Wasser an den tiefsten Punkten, das sind die Heizungsschächte, die unter dem Kirchenboden verlaufen, und der Heizungskeller. Das war morgens am 17. Juli, und für den Nachmittag war ein Gottesdienst geplant! Frau Schick und Frau Bopp waren freundlicherweise sofort bereit, die Kirche so weit zu säubern, dass der Gottesdienst stattfinden konnte. Mitglieder des Kirchenvorstandes und Nachbarn haben dann an den folgenden Tagen die weiteren Schäden beseitigt, Wasser aus dem Keller geschöpft und nach den Ursachen gegraben, bis die Wurzel des Übels (im wahrsten Sinne!) gefunden war.

Der Bauausschuss des Kirchenvorstandes hat, gemeinsam mit der Sachverständigen aus der Regionalverwaltung, Frau L. Milz, die Schäden begutachtet und Maßnahmen zur Wiederherstellung und Verhütung für die Zukunft beschlossen. Zum Glück sieht es gegenwärtig so aus, als ob der Parkettboden nicht sonderlich gelitten hätte. Bis jedoch der vollgesogene Sandsteinboden wieder abgetrocknet ist, wird es wohl noch einiger warmer Wochen bedürfen. Leider werden wir als Gemeinde auf den Kosten für den Schaden „sitzen bleiben“, wie man so schön sagt. Denn die Versicherung deckt nur Schäden durch Leitungswasser ab; Regenwasser hingegen ist ein sogenannter Elementarschaden, und der bräuchte eine zusätzliche (teure !) Versicherung.

                                                                                                                                         Dr. U. Kretschmer

 

  

Evangelische Kirchengemeinde Dittelsheim-Heßloch-Frettenheim | Pfarrerin Rita Schaab ev-ki-di-he-fre@gmx.de